#metoo kotz mich an!

Jasmina Tabatabei in der EditionF über die ZUM GLÜCK immer noch schwelende Debatte zu Machtmissbrauch in der Film&Fernsehbranche und in unserer Gesellschaft

,Was meinst du, was mir schon alles passiert ist, ich komm hier auch nicht her und heul herum!‘ Ich glaube, aus dieser Angst vor der ,Schande‘, als Opfer zu gelten, kommt viel von der mangelnden Empathie und fehlenden Solidarität mit Opfern, die den Mut aufgebracht haben, zu sprechen.<

Das hat sie schon oft gehört, sagt Jasmin Tabatabei und ich kenne das auch! Immer mal wieder wird mir von Fraune gesagt, sie wollen da nicht mit schreien, obwohl sie was zum schreien hätten…

Ich glaube dass es dafür noch mehr Gründe, neben der Angst vor dem Umgang mit Opfern, gibt. Um so besser, dass Jasmin so offen spricht und eben NICHT leiser wird, nur weil die Debatte verklungen scheint!

https://www.editionf.com/Jasmin-Tabatabai-metoo-Female-Future-Force-Day-Ende-des-Machtmissbrauchs?mc_cid=20c3541e28&mc_eid=70a8500e89

 

Richtig Netzwerken!

Richtig Netzwerken!

Was soll das sein und wie geht das?


„Ich dachte ich wäre gut im Netzwerken, bis ich hier im Silicon Valley ankam…“  – die junge Frau auf der Leinwand hat ein Headset auf.
Prof. Dr. Sabine Remdisch erforscht, an der Leuphana Uni in Lüneburg und an der Uni in Stanford (USA), moderne Entwicklung im Business. Ihre Schwerpunkte sind die Faktoren für erfolgreiche Karrieren. Natürlich gehört Netzwerken dazu. Offenbar konnte diese Frau, die uns per Kamera zugeschaltet ist, noch dazulernen, wenn es um modernes Netzwerken geht!

Was heißt das über mein eigenes Netzwerken?
Dass ich noch dazulernen kann…  😉

HIER MEINE 3 WICHTIGSTEN LEARNINGS, DIE ICH GERNE MIT DIR TEILE!

1. Ist Netzwerken Teil Deiner Wochen- und Tagesplanung?

Ok! Keine Schöne Nachricht, ich habe so schon nie genug Zeit für alles.
Trotzdem, wenn ich Netzwerken als Quelle meines Erfolges nutzen möchte, dann sollte ich strategisch vorgehen und vor allem regelmäßig dran sein. Es in meinen Tages- / Wochenplan einzufügen, ist also keine Frage der Wahl, sondern nur dafür wie ich es schaffen kann, dass auch zu machen. Pühhh…

Es muss nicht jeden Tag mehrere Stunden sein!

Und ich muss auch nicht jeden Tag neue Menschen kennenlernen. Allerdings sollte ich jede Woche neue Kontakte machen und ich sollte sie ALLE pflegen und priorisieren und kategorisieren.
Uhhh. Kategorisieren und priorisieren….Ah, das klingt nach Arbeit!
Genau! Es ist Teil der Büroarbeit, die ich machen muss, wenn ich erfolgreich Netzwerken möchte.
Klar kannst Du das auch weiterhin mit Karteikarten oder Excel-Dateien machen, oder wie auch immer Du das bisher gemacht hast.
Allerdings gibt es digitale Lösungen – JA! Digitalisieren und Automatisieren ist hilfreich! – die Dir einfach Arbeit abnehmen können.

Ein ehemaliger Teilnehmer der ABC in Hamburg hat sich eine Datenbank für den MAC selber gebaut, die genau die Bedarfe eines Schauspielers abdeckt.
Natürlich kann nicht jeder von Euch so programmieren oder hat die Lust dazu.

Kein Problem: 

  1. wir geben gerne Deinen Kontakt weiter, an den jungen Mann, wenn Du ihm seine Leistung abkaufen möchtest
  2. es gibt jede Menge gute Lösungen, die Du online nutzen kannst!

So ein System heisst CRM-System (Costumer-Relationship-Management) und hilft Dir:

  1. die Übersicht zu behalten
  2. im Kontakt zu bleiben
  3. keinen Kontakt aus den Augen zu verlieren

Meine Empfehlung dafür ist: https://centralstationcrm.de

2. Kennst Du Menschen, die nicht zu Deiner Bequemlichkeits-Blase gehören? 

Die meisten Schauspieler kennen viele Menschen. Seit es die sozialen Medien gibt, sogar noch mehr.
Leider sind das oft Menschen, die ihnen ähnlich sind. Das ist ganz normal. So ticken wir Menschen! Wir befreunden uns mit Menschen, die uns irgendwie ähneln.
Leider sind diese Leute selten diejenigen, die uns wirklich weiterhelfen können.

Ein effektives Netzwerk ist divers!

Denn alle die Schauspieler, die in ihrer Karriere genauso weit sind wie Du, können Dir nicht helfen. Sie können Dir nur in den seltensten Fällen von Chancen erzählen, von denen Du noch nichts gehört hast.

Es macht statt dessen Sinn, wenn Du:

  • Kollegen kennst, die schon weiter sind als Du
  • Menschen kennst, die in der Branche arbeiten, jedoch keine Schauspieler sind (hier sind ALLE interessant, von der Bürokraft in einer Produktionsfirma über den Ausstatter bis zum Redakteur)
  • Menschen kennst, die gar nichts mit der Branche zu tun haben, aber etwas können oder wen kennen, wovon Du profitieren kannst (UND das kann man nicht erkennen, bevor man jemanden nicht kennengelernt hat)

In ihrem Ted Talk erklärt Tanya Menon warum es Sinn macht, sich genau den Menschen zuzuwenden, die einem erstmal gar nicht so spannend erscheinen.
Das fällt uns nämlich allen gar nicht leicht, kann aber geübt werden und dann macht das sogar richtig Spaß. Und führt zu meinem 3. Learning…

3. Disziplin ist ein Schlüssel zum Netzwerk-Erfolg

Du solltest spätestens nach 3 Tagen einem neuen Kontakt nachgehen und mit ihm in Kontakt treten.
Hier komme ich oft ins strudeln…
Einerseits soll ich regelmäßig neue Menschen kennenlernen, und andererseits brauche ich die Zeit dann um nachzufassen, und das schaffe ich sooo oft nicht…

Tja. Hier kommt die erste Empfehlung wieder zum Tragen.
Denn wenn ich eine  gute Wochenplanung mache, dann habe ich dafür gesorgt, dass das auch klappt. Dann lasse ich mich weniger treiben. Statt dessen weiß ich, wann ich was mache. Und kann so aus jeder neuen Gelegenheit meinen Tellerrand zu überwinden, auch eine neuen Kontakt entwickeln, und am Ende vielleicht sogar eine neue Chance generieren.

Ich gestehe: ich liebe es, wenn tolle Gelegenheiten, scheinbar ohne mein Zutun, aus meinem Netzwerk auf mich zukommen! 🙂
Deshalb habe ich auch spannende neue Begegnungen schätzen gelernt, von denen ich nicht wissen kann, was sie mir, und ob sie mir jemals „was bringen werden.”

In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Spaß beim weiteren Netzwerken.
Und auch wenn die Berlinale jetzt wieder vorbei ist. Da warten noch jede Menge Gelegenheiten, jenseits der Filmfeste, um Dein Netzwerk zu vertiefen und auszuweiten. Go for it!

Perspektivwechsel Berlinale

Perspektivwechsel Berlinale

In der Profilbeschreibung der Berlinale heißt es im allerersten Satz:
„Das öffentliche Programm der Internationalen Filmfestspiele Berlin zeigt jedes Jahr mehr als 400 Filme, überwiegend Welt- oder Europapremieren.″

Auf dem European Film Market, dem Berlinale Co-Production Market, den Berlinale Talents, der World Cinema Fund (WCF) und den Berlinale Residency treffen sich die Filmemacher unserer Welt.

Der deutsche Film- und Serienmarkt wird derzeit immer internationaler und noch immer denken so viel deutsche Schauspieler „nur“ den deutschen Markt.
Wie schade!

Wir leben in einer spannenden Zeit!

Große und gewaltige wirtschaftliche Veränderungen erschüttern den deutsche Film- und Serien-Markt. Es wird diskutiert, ob die ARD nicht abgeschafft werden soll und die großen Player des Weltmarktes haben ihre Fühler nach Deutschland ausgestreckt. Es gibt erste, in Deutschland produzierte, Netflix- und Amazon-Produktionen, die für den internationalen Markt und nach internationalen Standards produziert werden.

Was bedeutet das nun für Dich als Schauspieler?

Dahinter verbirgt sich eine gute und eine schlechte Nachricht für Dich.

Die gute Nachricht zuerst:
Dein Markt erweitert sich unglaublich!

Und dann die schlechte Nachricht:
Deutsche Schauspieler müssen sich fachlich-künstlerisch mit international tätigen Kollegen vergleichen …

Wie schon der Wiener Caster Fritz Fleischhacker beim Filmfestes 2013 in München zum Thema deutsche Schauspieler und deren Umgang mit der Sprache feststellte “ … und weil man auch nicht unbedingt hören soll, dass Sie aus Wien oder aus München oder aus Stuttgart kommen, wenn Sie Englisch sprechen. (…) weil wir gerade diese amerikanische Serie besetzen, wir hervorragende e-castings aus Deutschland bekommen haben und es hat immer am Akzent gemangelt. Weil die natürlich einen amerikanischen Akzent wollten.”

Die Berlinale aus einer neuen Perspektive betrachten

Die Berlinale steht vor der Tür und lädt Dich ein, sie auch international zu nutzen 😉

Was hältst Du davon, wenn Du im nächsten Februar mal nicht (oder eben nicht nur) mit aller Kraft versuchst auf die Movie-Meets-Media-Party zu kommen, sondern Dich statt dessen mal auf einem der internationalen Treffpunkte rumtreibst?
Probier es doch mal mit der neutralen Beobachtung der Beteiligten auf dem Film Market. Oder mit dem Kennenlernen von jungen und spannende Talenten auf einer der offenen Veranstaltungen der Berlinale Talents.

Wende den Blick auf diesem internationalen Filmfest doch einfach mal der Internationalität zu.
Du kannst ja immer noch auf den Empfang Deines Bundeslandes, wo Du dann ja Deine Kollegen treffen kannst 😉

Ich glaube die Berlinale hat eine ganze Menge zu bieten, wenn man sie richtig anschaut 😉

Mach’s doch persönlich

Mach’s doch persönlich

©AnnaMomber-Heers

Warum beim Storytelling ein bisschen Nabelschau ganz gut kommt

Huch?
Was hat Storytelling denn überhaupt mit Netzwerken zu tun?
Verdammt viel!
Egal ob Du bloggst oder ob Du Dich unterhältst oder Deine Infomail an die Caster schreibst oder ob Du einen Über-Mich-Text auf Deine Seite packst, das ist alles Storytelling!

Beziehungsweise: es wäre besser, es wäre Storytelling 😉
Denn wenn es das nicht ist, dann sind Deine Gesprächspartner sofort mit den Gedanken ganz weit weg von Dir. Und online erhöht jedes weitere ziellose Wort nur die Ausstiegsquote auf Deiner Seite.

Es gibt eine einfache – und ein wenig beschämende – Erklärung dafür, warum ich bestimmten Blogs oder Kolumnisten folge und andere einfach wieder vergesse. Oder (fast noch schlimmer) mich immer wieder durch deren Texte quäle, während ich bei Ersteren sogar weiterlese, obwohl mich das Thema noch nie vom Stuhl gehauen hat:

Meine voyeuristische Lust daran, etwas über andere Menschen zu erfahren!

Ich kenne Blogs, die enorm wichtige Themen publizieren und die ich von ganzem Herzen unterstützen möchte, weil ich ihre Haltung teile. Und doch kann ich keinen Text bis zum Ende lesen und oft genug lösche ich die Mail, mit der Info zum neuen Text, in der morgendlichen Eile „aus Versehen“ …uuuuppsss…

Die Wahrheit über mich ist: ich MÖCHTE Informationen, Daten und Fakten zu bestimmten Themen, aber ich HÖRE auf Emotionen.

Zwei Wahrheiten über Emotionen die für Dich relevant sind:

1. das mit den Emotionen kannst Du von Haus aus – Du bist Schauspieler!
2. wer beim Schreiben oder Sprechen Emotionen nutzt macht sich verletzbar

DENN! Emotionen werden durch die Preisgabe von etwas Persönlichem erzeugt!

Und wenn Du etwas Persönliches in die eigenen Texte einbaust, dann fühlt sich das (je nach dem wie „intim“ die Story ist) eventuell für Dich gefährlich an.

NEIN! Das bedeutet nicht, dass Du uns an ALLEN persönlichen Storys bei dir zu Hause teilhaben lassen musst. Das ist dann auf eine andere Weise langweilig…

ABER! Es bedeutet eben, dass es Deinen Inhalten (Texten oder Gesprächen) enorm hilft, wenn Du Deine Gefühle ins Spiel bringst, in dem Du etwas Persönliches über das Thema preisgibst.

Und wenn Dir Dein Inhalt (zum Beispiel Du selber!) wirklich am Herzen liegt, dann tut es Deinem Text/Deiner Geschichte gut, wenn Du Dich ganz bewusst ein Stück aus Deiner Sicherheitszone raus bewegst und ein kleines bisschen mehr preisgibst, als Du es gewohnt bist. Oder bisher getan hast. Oder schon lange nicht mehr getan hast. Oder in diesem Rahmen noch nicht getan hast. Oder ….
Deine Preisgabe gibt deinen Inhalten Gewicht!
Dein Risiko macht Deine Begegnung oder Text sofort um einiges wirkungsvoller.
Weil ich als Leser oder Zuhörer spüren kann, wenn Du was riskierst.

Dadurch wird mein Voyeurismus und meine Neugier angestachelt. Weil ich eben hoffe, dass Du über die Andeutungen hinausgehen wirst und ich mehr über Dich erfahren werde.

Und ganz nebenbei beginne ich so Deine Emotion aufzunehmen, während ich das kleine Rätsel Deiner persönlichen Preisgabe verfolge und schwupps… habe ich Dein Thema (DICH!) „gekauft“!

Sich ganz nackig machen verdirbt allerdings die Spannung.

Wie schon gesagt, dann wird es auch ganz fix langweilig. Denn ganz nackig, kannst Du weder steigern, noch zurücknehmen.
So ein kleiner Nabelschau-Blitzer dagegen funktioniert super als Teaser für ein Thema und Dich.

Probier es ruhig vorsichtig aus, Dich auf Dein dünnes Eis zu begeben.

Es lohnt sich!
Ich wünsche Dir viel Spaß auf Deinem dünnen Eis 😉
Anna

(Dieser Artikel ist erstmalig auf dem Blog von AnMoHe! erschienen)

Und was sage ich dann?

Und was sage ich dann?

©Anna Momber-Heers

Über den Irrtum, dass Du auf Netzwerkveranstaltungen irgendwas besonderes machen musst

Netzwerken ist wie flirten! Kein Stress – nur Begegnung!
Mit Flirten meine ich nicht,  (mehr …)

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