©AnnaMomber-Heers

Warum beim Storytelling ein bisschen Nabelschau ganz gut kommt

Huch?
Was hat Storytelling denn überhaupt mit Netzwerken zu tun?
Verdammt viel!
Egal ob Du bloggst oder ob Du Dich unterhältst oder Deine Infomail an die Caster schreibst oder ob Du einen Über-Mich-Text auf Deine Seite packst, das ist alles Storytelling!

Beziehungsweise: es wäre besser, es wäre Storytelling 😉
Denn wenn es das nicht ist, dann sind Deine Gesprächspartner sofort mit den Gedanken ganz weit weg von Dir. Und online erhöht jedes weitere ziellose Wort nur die Ausstiegsquote auf Deiner Seite.

Es gibt eine einfache – und ein wenig beschämende – Erklärung dafür, warum ich bestimmten Blogs oder Kolumnisten folge und andere einfach wieder vergesse. Oder (fast noch schlimmer) mich immer wieder durch deren Texte quäle, während ich bei Ersteren sogar weiterlese, obwohl mich das Thema noch nie vom Stuhl gehauen hat:

Meine voyeuristische Lust daran, etwas über andere Menschen zu erfahren!

Ich kenne Blogs, die enorm wichtige Themen publizieren und die ich von ganzem Herzen unterstützen möchte, weil ich ihre Haltung teile. Und doch kann ich keinen Text bis zum Ende lesen und oft genug lösche ich die Mail, mit der Info zum neuen Text, in der morgendlichen Eile „aus Versehen“ …uuuuppsss…

Die Wahrheit über mich ist: ich MÖCHTE Informationen, Daten und Fakten zu bestimmten Themen, aber ich HÖRE auf Emotionen.

Zwei Wahrheiten über Emotionen die für Dich relevant sind:

1. das mit den Emotionen kannst Du von Haus aus – Du bist Schauspieler!
2. wer beim Schreiben oder Sprechen Emotionen nutzt macht sich verletzbar

DENN! Emotionen werden durch die Preisgabe von etwas Persönlichem erzeugt!

Und wenn Du etwas Persönliches in die eigenen Texte einbaust, dann fühlt sich das (je nach dem wie „intim“ die Story ist) eventuell für Dich gefährlich an.

NEIN! Das bedeutet nicht, dass Du uns an ALLEN persönlichen Storys bei dir zu Hause teilhaben lassen musst. Das ist dann auf eine andere Weise langweilig…

ABER! Es bedeutet eben, dass es Deinen Inhalten (Texten oder Gesprächen) enorm hilft, wenn Du Deine Gefühle ins Spiel bringst, in dem Du etwas Persönliches über das Thema preisgibst.

Und wenn Dir Dein Inhalt (zum Beispiel Du selber!) wirklich am Herzen liegt, dann tut es Deinem Text/Deiner Geschichte gut, wenn Du Dich ganz bewusst ein Stück aus Deiner Sicherheitszone raus bewegst und ein kleines bisschen mehr preisgibst, als Du es gewohnt bist. Oder bisher getan hast. Oder schon lange nicht mehr getan hast. Oder in diesem Rahmen noch nicht getan hast. Oder ….
Deine Preisgabe gibt deinen Inhalten Gewicht!
Dein Risiko macht Deine Begegnung oder Text sofort um einiges wirkungsvoller.
Weil ich als Leser oder Zuhörer spüren kann, wenn Du was riskierst.

Dadurch wird mein Voyeurismus und meine Neugier angestachelt. Weil ich eben hoffe, dass Du über die Andeutungen hinausgehen wirst und ich mehr über Dich erfahren werde.

Und ganz nebenbei beginne ich so Deine Emotion aufzunehmen, während ich das kleine Rätsel Deiner persönlichen Preisgabe verfolge und schwupps… habe ich Dein Thema (DICH!) „gekauft“!

Sich ganz nackig machen verdirbt allerdings die Spannung.

Wie schon gesagt, dann wird es auch ganz fix langweilig. Denn ganz nackig, kannst Du weder steigern, noch zurücknehmen.
So ein kleiner Nabelschau-Blitzer dagegen funktioniert super als Teaser für ein Thema und Dich.

Probier es ruhig vorsichtig aus, Dich auf Dein dünnes Eis zu begeben.

Es lohnt sich!
Ich wünsche Dir viel Spaß auf Deinem dünnen Eis 😉
Anna

(Dieser Artikel ist erstmalig auf dem Blog von AnMoHe! erschienen)

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